5. Juni - 25. Juli
1952 wurde CHRISTOPH WINKLER in den bewegten und bewegenden Kunstraum der Familie Winkler hineingeboren. Inspiriert und beseelt sog er in sich auf, was sich ihm darbot. Sein Vater wurde ihm ein gestrenger Zeichenlehrer.
CHRISTOPH WINKLER schrieb über die Atmosphäre, in der er aufwuchs Folgendes:
„Als Kind habe ich oft auf einer Waldlichtung oder am Feldrand gelegen und in den Wolkenbildern die phantastischsten Figuren und Tiere gesehen. Die Phantasie reichte oft nicht aus, um alles dieses, manchmal viel zu schnell Wechselnde zu erfassen. Ich habe das Sehen gelernt, um zu wissen, dass die Verknüpfung die Quelle der Inspiration ist. Häufig streifte ich mit meinem Vater durch die Wälder. Wir sammelten kuriose Wurzeln und Hölzer, in denen wir geheimnisvolle und undefinierbare Wesen sahen. Wieder zu Hause angekommen, wurde hier und da etwas Farbe angelegt. Ein Auge, ein Mund gemalt und etwas hinzugefügt, z.B. eine Feder oder Ähnliches. Heute beschäftige ich mich häufig mit geheimnisvollen, wundervollen, aufgefundenen Materialien und Gegenständen, die zu einem neuen Kontext zusammenwachsen, manchmal achtlos Weggeworfenes auch Werbung. Ungesucht und gefunden!“
CHRISTOPH WINKLER war als Restaurator tätig, war Museums- und Ausstellungstechniker und Goldschmied, und wirkt als freier Künstler in Gütersloh und in Dresden. Er brauchte Zeit, um den Mut zu haben, seiner Fabulierlust endlich zu folgen. Und als die Schleusen geöffnet waren, gab es kein Halten mehr. In nahezu barocker Üppigkeit, phantasievoller Ausgelassenheit überlässt er sich seinen lustvollen Eingebungen und seinem Spieltrieb, der dem Zauber der Stofflichkeit und Strukturwertigkeit von Materialien huldigt, denen er die kuriosesten Geschichten ablauscht.
CHRISTOPH WINKLER ist ein phantastischer Fabulierer, ein Wünschelrutengänger, der in vorgefundenen Materialien ungeheuerliche Geschichten zu entdecken vermag. Manchmal schreibt er diese auch auf! Er begibt sich ganz einfach auf die andere Seite, die Seite der Gnome, Schimären und ungeheuerlichen Gesellen, die unter seinen Händen zum Leben erweckt werden und ihm freudvoll zuwinken und ihn auf eine irrlichternde Fahrt ins Ungewisse mitnehmen. Begeisterungsfähig fügt er zusammen, was augenscheinlich nicht zusammen gehört, oder vielleicht doch, und entwickelt ungahnte Harmonien. Man wird trunken, wird belauscht, beäugt, fühlt sich umgarnt und umwickelt und möchte dem eigenen Spieltrieb folgen. Selbst die Titel der Objektkästen, die der Dramaturgie eines imaginären Theaters folgen, sind kleine Geschichten, die man als Betrachter gerne weiter spinnt.
Karin Weber
Information
CHRISTOPH WINKLER – „Spuren, die in andere Welten weisen“
Assemblagen
Eröffnung: 4. Juni 2026, um 19:30 Uhr
Dauer: 5. Juni – 25. Juli 2026
Im Kabinett
KATRIN VON EGIDY – „Wunderwelt“
Assemblagen


