7. August - 19. September

Malerei, Zeichnung, Plastik
Vom Verschwinden: Weggehen, still verreisen, Rückzug, Verschwinden der Seele, es gibt ein Buch „Vom Verschwinden der Glühwürmchen“, so viel kann in uns und um uns verschwinden.
Es gibt für KONSTANZE FEINDT-EISSNER nicht mehr wirklich einen Schwerpunkt von Malerei, Zeichnung oder Bildhauerei. Mal drängt sie es für Monate an den Stein, in anderen Phasen an die Leinwand oder Papier. Es geht oft um Wandlung, Vanitas, Kosmen zwischen Leben und Vergehen. Es sind am ehesten Selbstgespräche.
Wie Dix es nannte: „Malen ist ein Versuch, Ordnung zu schaffen. Kunst ist für mich Bannung.“.
Dieser Ausschnitt hängt wie ein Gedankenspiegel in ihrem Atelier. Vergänglichkeit erscheint nicht nur als Geschehenes, sondern als eigene Erinnerung an die manchmal oberflächliche Gegenwart; dabei teilweise nicht ohne Schalk (siehe großer Wächter von 2026). Die Objekte aus Stoff sind überwiegend heitere Wächter und doch mit Schutzcharakter, als Arbeitsspielerei und Ausflug, angeregt 2010 durch einen Besuch im Ethnologischen Museum Berlin. Inzwischen haben sie sich verselbstständigt.
KONSTANZE FEINDT-EISSNER ergibt sich gern – gegen jeden Zeitgeist – der klassischen Bildhauerei, dem Wechselspiel von roh belassenem und fein geschliffenem Naturstein wie vor allem Marmor aller Art, Sandstein, Serpentin, Schiefer. Spannung der Formen, immer den Menschen als Thema mir Brüchen, Durchbrüchen, fließenden Bewegungen, dynamisch, lebensbejahend. „Volumen im Raum erkundend“, wie die Kunstwissenschaftlerin Karin Weber formulierte.
„Vom Verschwinden“ umschreibt ihre derzeitigen Themen recht gut. Die Mutter starb vor acht Monaten. Eine ambivalente und doch sehr verwobene, tiefe Beziehung, die recht abrupt beendet wurde und unendlich viele Fragen, Ungesagtes, neuen Verlust zurücklässt.
„Skelettierungen“, wie sie Hubertus Giebe jüngst in seiner Rede nannte, erscheinen immer wieder auf den Bildern von KONSTANZE FEINDT-EISSNER. Der Tod erhält den Fehdehandschuh (2018), er steht als Erinnerung, Mahnung der Vergänglichkeit, als Gesprächspartner, als stiller Freund, niemals als Angstobjekt, wie es manchen scheinen mag.
„Vom Verschwinden“ heißt ein Gedichtband vom amerikanischen Schriftsteller Paul Auster aus den 70er Jahren. „Es sind dunkle, abgründige Gedichte…, unentwegt auf der Suche nach den letzten Dingen, Keimzellen …“ ( Zitat Rücktext Geichtband). Seine Schriftstellerfrau Siri Hustedt mit ihrem großartigen Abschiedsbuch „Ghost“ und andere Bücher der Beiden begleiten die Atelierarbeit von KFE.
Dresden, am 16.5.26 KONSTANZE FEINDT-EISSNER
Information
KONSTANZE FEINDT-EISSNER – „Vom Verschwinden“
Malerei, Zeichnung, Plastik
Eröffnung: Donnerstag, 6. August 2026, 19:30 Uhr
Dauer: 7. August – 19. September 2026
Im Kabinett
CAROLINE KOBER
„Arkadien“
Zeichnung
CAROLINE KOBER entwirft ein modernes Arkadien als ein Wunschland mit paradiesischen Zuständen, als Sehmnsuchtsort voller Harmonie und meditativer Tiefe. Die vorwiegend weiblichen Protagonistinnen begegnen uns mit einer empathischen Präsenz, die den Betrachter unmittelbar in eine intime Welt einlädt. Das Zusammenspiel aus feiner Farbigkeit und sanfter Gestik lässt Gefühle der Innerlichkeit und Hoffnung sichtbar werden. Die 1962 in Leipzig geborenen Künstlerin blickt auf eine fundierte Ausbildung an der HGB Leipzig, bei Meistern wie Arno Rink, zurück. Seit 1986 arbeitet sie freischaffend und wurde für ihr Werk vielfach durch Stipendien und Förderungen, unter anderem durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, gewürdigt.



