Zwischen zarter Schönheit und düsterer Symbolik entfaltet die Radierung „Der Grubendolch“ von CHRIS LÖHMANN eine eindringliche Bildwelt. Das signierte und datierte Blatt entstand 2024, hat das Format 17 cm x 22 cm und ist Druck #9 einer Auflage von 12 Exemplaren. Schon der Titel setzt einen scharfen Akzent und lässt die dargestellte Szene nicht harmlos erscheinen.
Im Zentrum steht eine frontal gezeigte Figur, die von Blumen, Ornamenten und einem ovalen dunklen Hintergrund umgeben ist. Das Gesicht wirkt ruhig, beinahe kindlich, während über dem Kopf ein kleiner Schädel erscheint. Vor der Figur liegt ein Dolch quer im Bild, der die Komposition deutlich spannungsvoller und bedrohlicher macht. Blüten, Muster, Totenkopf und Waffe treten in einen irritierenden Dialog.
Besonders stark ist der Kontrast zwischen dekorativer Fülle und gefährlichem Zeichen. Die Blumen könnten für Schönheit, Vergänglichkeit oder Erinnerung stehen, während der Dolch eine direkte, fast brutale Präsenz besitzt. CHRIS LÖHMANN verbindet diese Elemente nicht erzählerisch eindeutig, sondern lässt ein Bild entstehen, das zwischen Märchen, Vanitas, Porträt und dunkler Allegorie schwebt.









