Dicht, vielschichtig und von einer spürbar gesellschaftlichen Unruhe getragen gestaltet GREGOR KUNZ seine Fotomontage/Collage „Wer sich mit den Gespenstern schlägt, verliert. Wer’s lässt, hat schon verloren.“. Die Arbeit entstand 2017 innerhalb des Bilderzyklus „Brot & Spiele“ und hat das Format 70 cm x 50 cm. Schon der lange Titel wirkt wie ein Satz aus einer größeren Reflexion über Geschichte, Gegenwart und die Unmöglichkeit, sich bestimmten Konflikten vollständig zu entziehen.
Die Komposition zeigt eine urbane, industriell geprägte Szenerie, in der Schornsteine, Fabrikstrukturen, Textfragmente, Kratzspuren und farbige Überlagerungen zu einem dichten Bildraum verschmelzen. Am unteren Rand erscheinen dunkle, schemenhafte Figuren, die wie eine Prozession, eine wartende Menge oder gespenstische Schattenwesen wirken. Der Raum darüber ist durchbrochen von weißen Linien, schwarzen Silhouetten, roten und blauen Farbzonen sowie fragmentierten Schriftspuren.
Der Titel „Wer sich mit den Gespenstern schlägt, verliert. Wer’s lässt, hat schon verloren.“ öffnet einen deutlichen gedanklichen Resonanzraum. Gespenster können hier Erinnerungen, historische Lasten, gesellschaftliche Konflikte oder verdrängte Wahrheiten sein. Wer sich ihnen stellt, riskiert die Niederlage; wer sie ignoriert, hat sich ihnen bereits ausgeliefert. Innerhalb des Zyklus „Brot & Spiele“ entsteht so ein Bild über Ablenkung, Macht, Vergangenheit und die fragile Gegenwart.










