Rätselhaft, archaisch und zugleich von stiller Schönheit geprägt gestaltet JÜRGEN COMINOTTO seine Plastik „Schöne Medusa“. Die Arbeit entstand 2017 aus Steinzeug, wurde bemalt, glasiert und signiert. Mit einer Höhe von 30 cm verbindet sie keramische Form, figürliche Andeutung und mythologische Anspielung zu einem eigenwilligen Objekt voller Präsenz.
Die Plastik zeigt ein aufgerichtetes, kopfartiges Gefäßwesen mit hellem, leicht rau wirkendem Körper und fein gesetzten Gesichtszügen. Blaue Augen, zart rote Lippen und eingeritzte Linien verleihen der Figur einen zugleich verletzlichen und wachsamen Ausdruck. Am oberen Rand ragen goldfarben bemalte Formen hervor, die an Krone, Haare, Hörner oder die Schlangen der mythologischen Medusa denken lassen.
Der Titel „Schöne Medusa“ spielt bewusst mit einem starken Gegensatz. Medusa ist in der Mythologie eine Figur des Schreckens, der Verwandlung und des bannenden Blicks. JÜRGEN COMINOTTO zeigt sie jedoch nicht als monströse Gestalt, sondern als stille, beinahe melancholische Erscheinung. Die Schönheit liegt hier nicht im Glatten oder Idealen, sondern in der eigenwilligen Ausstrahlung der Form.










