Still, rätselhaft und zugleich von feinem Widerspruch geprägt inszeniert KATRIN VON EGIDY in „Mutterliebe“ eine kleine Assemblage zwischen Andachtsbild, Objektkunst und hintergründiger Erzählung. Die Arbeit entstand 2021 im Format 11 cm x 16 cm und zeigt, wie die Künstlerin mit wenigen Fundstücken eine dichte, symbolisch aufgeladene Bildwelt erschafft.
Im Zentrum steht eine madonnenhafte Mutter-Kind-Darstellung, die an religiöse Andachtsbilder und traditionelle Bildmotive der Kunstgeschichte erinnert. Daneben erscheint ein knotenartiges Objekt, das wie ein Zeichen, ein Rätsel oder ein stiller Gegenpol zur vertrauten Ikonografie wirkt. Gerade dieses Nebeneinander von sakral anmutender Figur und fremdartigem Objekt verleiht der Szene ihre besondere Spannung.
Der Titel „Mutterliebe“ öffnet einen vielschichtigen Deutungsraum. Er kann Geborgenheit, Schutz und Hingabe meinen, aber auch Bindung, Verstrickung, Erwartung und kulturelle Prägung. KATRIN VON EGIDY erzählt nicht eindeutig, sondern lässt ihre „little box“ wie eine kleine Bühne wirken, auf der Erinnerung, Symbol, Ironie und Ernst zugleich präsent sind.










