16. Januar - 21. Februar

„CHRISTINE WAHLS Kunst speist sich aus der Konzentration auf das Wesentliche. Die unmittelbare Verbindung von Natur und Mensch vor allem in der Landschaft und die Korrespondenz der Figur im Raum (Interieur). Auf Reisen entstehen Skizzen und Farbnotierungen, die sie oft zu Hause umsetzt. Dabei spielt das grafische Konzept eine entscheidende Rolle. Die zeichnerische Auffassung bleibt auch nach der Bearbeitung erhalten und sichtbar, sei es in der Mischtechnik, der Radierung oder in der Lithographie, sowie im Aqua-und Ölpastell.
Dabei entsteht etwas Neues, das durch Reflexion und Vertiefung vervollkommnet wird. So entsteht eine Arbeit oft aus freien und ungebundenen Lineaturen, den den optischen Kern von Landschaft und Figur umkreisen. Die kubischen Grundformen(wie sie es bei Hans-Theo Richter lernte), schwingen leicht und verhalten in ihnen nach. Darüber werden Farbflächen gehaucht, die auf einer anderen Ebene dem Bild Vollendung geben“
Heinz Weißflog, 2010
Information
CHRISTINE WAHL – „Figur & Natur“
Zeichnung und Druckgrafik
Ausstellung zum 90. Geburtstag
Eröffnung: Donnerstag, 15.01.2026, 19.30 Uhr
Ausstellungsdauer: 16.1. bis 21.2.2026
LEA und HANS GRUNDIG in der ASSO
In der Ausstellung werden Linolschnitte von LEA und HANS GRUNDIG aus den Jahren 1929 bis 1932 gezeigt. Sie gehören zur Sammlung von Maria Heiner, Dresden. Daneben sind in einer Mappe Reproduktionen von Linolschnitten der GRUNDIGS aus der Sammlung Sonja und Vinicio Salati, Tessin, zu sehen. Diese waren bisher in Deutschland unbekannt und wurden 1977 bei einem Besuch im Tessin gefunden und damit wiederentdeckt. Über das Schicksal dieser Arbeiten wird ausführlich im Ausstellungskatalog berichtet.
Die Linolschnitte entstanden in der Zeit, als GRUNDIGS Mitglieder der ASSO waren und wurden für die politische Agitation genutzt. Sie geben uns Kenntnis vom historischen Geschehen in Dresden und Deutschland am Ende der Weimarer Republik. Sie vermitteln Einsichten in das Leben und Handeln der Menschen, vor allem der Arbeiter und Arbeiterinnen, gebeutelt vom Elend in der Weltwirtschaftskrise, aber auch der Not und Verzweiflung trotzend. Damit forderten LEA und HANS GRUNDIG die Menschen auf, sich dem Elend entgegenzustellen, den Kampf für ein besseres Leben aufzunehmen und die Not als ein vermeintliches Schicksal nicht zu akzeptieren.
Die Linolschnitte sind wichtige Kulturgüter, die zum Verständnis unserer eigenen Geschichte beitragen.
Der abgebildete Linolschnitt aus dem Jahr 1931 hat den Titel „Im Wartezimmer beim Arzt“.




