Märchenhaft, irritierend und zugleich von feiner schwarzhumoriger Poesie geprägt zeigt KATRIN VON EGIDY in „Nach dem Fest“ eine kleine, bühnenhafte Assemblage. Die Arbeit entstand 2021 im Format 16,5 cm x 16,5 cm und gehört zu jenen inszenierten Objektwelten, in denen die Künstlerin Fundstücke, Figur, Raum und Symbol zu einer eigenen Erzählung verdichtet.
Im dunklen, kastenartigen Bildraum liegt eine weibliche Figur ausgestreckt unter einem großen, funkelnden Stern. Neben ihr steht eine kleine Flasche, während schwarze Stoff- und Papierflächen den Raum wie eine nächtliche Bühne erscheinen lassen. Die Szene wirkt zugleich festlich und verlassen, komisch und melancholisch, als sei der eigentliche Moment des Geschehens bereits vorüber.
Der Titel „Nach dem Fest“ verstärkt diese Stimmung zwischen Glanz und Ernüchterung. Was bleibt, ist ein rätselhafter Nachklang: Körper, Stern, Flasche und Dunkelheit bilden eine stille, fast surreal anmutende Szene. KATRIN VON EGIDY erzählt nicht eindeutig, sondern öffnet einen Assoziationsraum zwischen Feier, Erschöpfung, Traum, Erinnerung und leiser Entlarvung.









