Steffen Fischer

Biografisches

  • 1954 geboren in Dohna
  • 1977-82 Studium der Malerei/Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
  • ab 1983 freischaffend in Dresden
  • 1991 Arbeitsstipendium der Walter Bischoff Galerie in San Jose/USA
  • 1992-98 Lehrauftrag als künstlerischer Assistent an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

… Die Linien geben ernüchternd, unerbittlich und erbarmungslos, indem sie die gewaltsam geballten Farbmassen aufreißen, ineinanderverschlungene männliche und weibliche Körper preis, nicht etwa vereint in wärmender Vertraulichkeit oder animalisch-unschuldiger Ekstase.
Steffen Fischer ist kein einschmeichelnder Mitwisser paradiesischer Zustände. Kennzeichnend für die Bildwelt des Künstlers ist ein Dualismus von Genuß an körperlicher Sinnlichkeit ohne Grenzen und Tabus und des abgründigen Wissens um Dumpfes, Dunkles, Triebhaftes und Zerstörerisches im Menschen. Der Körper ist ihm psychosozialer Mikrokosmos in Momentaufnahmen.
Steffen Fischer verwandelt den Betrachter, ungewollt, zum Voyeur einer existentiellen, exhibitionistischen Szenerie. Ungebärdige Menschen sind in chaotischen, sexuellen Situationen verstrickt, sich haltend im Haltlosen, wie verzweifelt sich wehrende Ertrinkende. Sich-Aufbäumen, Sich-Stoßen, Sich-Verletzen – Sadomasochismus – Befriedigung erfolgt um jeden Preis …

Karin Weber,
für den Katalog „Steffen Fischer – Drift“