Veronika von Appen „Sapphos Töchter“

Plastiken von Veronika von Appen, begleitet von Handzeichnungen aus der Serie „Mit leichter Hand“ von Dieter Bock von Lennep.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 29.Juni 2017, 19:30 Uhr sind alle Interessierten und Kunst-Enthusiasten herzlich in die Galerie Mitte eingeladen.

Im Kabinett:

„Arbeiten aus einer Privatsammlung“u.a. von Anna-Elisabeth Angermann, Fritz Cremer und Wilhelm Rudolph

Info:

Es wird ein Katalog zur Ausstellung geben.

Über die Künstlerin:

Veronica von Appen ist Bildhauerin, die Formen wie Bindeglieder zwischen Zeit und Ewigkeit handhabt, die sich beredet mit alten und neuen Mythen, um des Lebens Sinn zu begreifen, um der Endlichkeit allen Wünschens und Begehrens zu trotzen. Ihr Werk ist ein Werden im Ganzen, das klassisches Maß mit Brüchen und archaische Schönheit vereint.

Man gelangt in einen Zustand des Träumens und Wünschens angesichts ihrer Arbeiten, dass doch noch alles gut werden möge, dass sich das Bedürfnis, Mensch zu bleiben in einer Welt, die ihr Maß verliert, durchsetzt.

Sie hat es glücklicherweise nicht verlernt, „meinwärts“ zu gehen, der Stille eigener Wahrnehmungen nachzusinnen, sich mit der Schönheit von Formen zu verschwistern, ohne sich manipulieren zu lassen. Eher entzieht sie sich und begibt sich in eine Innenwelt, in der ihr die Schatten von Orpheus und Eurydike, der Parzen und Ariadne begegnen. Im Gegensatz zu den blockhaft denkenden Bildhauern, löst sie von der Mitte her ausgehend die Formmassen nach außen hin auf, zerreisst sie die Silhouette in spitzwinklige, Raum greifende Schwünge, begreift sie Bewegung nahezu Barock als Inszenierung, nähert sie sich unbewusst der simultan-dynamischen Auffassung von Bewegung und Zeit, die die Futuristen ehemals auszeichnete. Ab und zu begibt sie sich auf Nebenwege, löst sie sich von Abstraktionen und verfällt der Schönheit natürlicher Körperlichkeit. Sie folgt den Stimmen ihrer antiken Schwestern, den wissenden Göttinnen, die den Weg zwischen Hoffnung und Schrecken weisen, in einer Welt, die vollkommen aus den Fugen zu geraten scheint…Klassisches Maß mit Verletzungen sind die Auswirkungen.

Veronica von Appen hat sich mit Sappho beschäftigt, der antiken Dichterin von Lesbos und den Musen. Die Existenz und die Namen ihrer Wahltöchter sind überliefert. Die Bildhauerin hat ihnen Gesichter gegeben. Sie lächeln oder sind sehr nachdenklich, sie strahlen eine innere Schönheit aus, wissend, was war, was ist und was sein wird. Sie eilen dahin, beschädigt, sind auf der Flucht vor der Grausamkeit menschlicher kriegerischer Auswüchse, die vor nichts Halt machen. Was für ein Bild! , die Musen sind auf der Flucht…